Thema im Januar: „Goethes Hymne „Prometheus“, über Rebellion, Revolution, Befreiung und Selbstbehauptung“

Zusammenfassung
Goethes Interpretation des Prometheus-Mythos!

1. Die literarische Epoche des Sturm-und-Drang (1764 – 1784) als Jugendbewegung der um 1750 Geborenen war eine Nebenströmung der literarischen Aufklärung.Zentrale Begriffe: Freiheit, Genie, Originalität2. Goethes „Prometheus“ ist das berühmteste Gedicht des Sturm- und Drang, man kann es auch als Leithymne des Sturm- und –Drang bezeichnen.

3. Goethes ambivalente Haltung zu seiner Hymne: Er hat diese selbst nicht veröffentlicht, sondern Jacobi hatte sie 1785 unautorisiert und anonym seiner Schrift „Über die Lehren Spinozas“ angefügt.InterpretationEine Hymne ist eigentlich ein feierliches Loblied. Goethes „Prometheus“ ist jedoch eine Antihymne, die von der Rebellion des Prometheus/Genie gegen Zeus/autoritäre Traditionen, Strukturen und Verhältnisse und vom Bruch mit diesen, vom trotzigen Freiheitsverlangen und der Selbstbehauptung des Ichs handelt. Prometheus verspottet Zeus, klagt ihn an, weist ihn in seine Grenzen, enthront ihn,. Die Hymne ist leidenschaftlich, enthusiastisch und bildgewaltig. Darüber hinaus gibt es Textstellen von großer religionskritischer Brisanz!

Genialisches Freiheitsbewusstsein und titanischer Freiheitswille, Gefühlüberschwang gipfelnd in der letztlichen großen Geste des Protestes und der Befreiungstat.

Demontage von Autoritäten, Vater-Sohn-Konflikt, Emanzipation

Revolte und Rebellion: ein Phänomen der Jugend?ErgänzungenAdoleszenz (einige Stichworte)Definiert als Zeitraum zwischen der späten Kindheit über die Pubertät bis zum vollen Erwachsenenalter, gilt als eine Phase des Übergangs und der Reifung zum Erwachsenwerden. Es ist eine schwierige Phase des Sichabnabelns von den Eltern/Autoritäten und des Selbständigwerdens, des Strebens nach Freiheit verbunden mit zunehmenden Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen und Eigenständigkeit; der Übergang von Abhängigkeit in Eigenständigkeit.

Veraltet „Flegeljahre“, „Auflehnungszeit“

Gekennzeichnet durch emotionale Turbulenzen, erhöhte Aggressivität und Sensitivität, einen gewissen Radikalismus.

Adoleszenzkrise: Um unabhängig und selbständig zu werden muss der Jugendliche sich von seinen Eltern als seinem wichtigsten Liebesobjekt lösen. Dieser Übergang ist eine labile und z.T. konfliktreiche Phase. Das bis dahin so liebe Kind distanziert sich, zeigt plötzlich eine demonstrative Gleichgültigkeit gegenüber den Eltern, äußert heftige Kritik und Ablehnung, ist aufsässig, „rebellisch“. Dies ist ein ganz normales und gesundes Verhalten und gehört zu einer normalen Entwicklung. Auch für Eltern ist diese Zeit krisenhaft. Sie können nur zuschauen und ihre Rolle als Sprungtuch oder Trampolin für den großen Freiheitssprung akzeptieren.

Einhergehend mit: Omnipotenzgefühlen und Wunsch nach Grenzerfahrungen mit erhöhter Unfallgefahr, einer gewissen Handlungssucht als heftigen Drang zur Aktion.

Tiefenpsychologisch als eine „zweite Chance“ für die schöpferische Lösung infantiler Konflikte.

Lat. adolescentia,„Jugend“, umfasste im antiken Rom die Gruppe der siebzehn- bis dreißigjährigen Männer!

Der antike Prometheus-Mythos (Zusammenfassung)Bitte lesen! Zur Vertiefung und als Vorbereitung!

Es gibt verschiedene Versionen und Varianten des Prometheus-Mythos. Die Hauptquellen sind Hesiods Theogonie (ca. 700 vor Chr.), Aischylos „Der gefesselte Prometheus“ (ca. 500 vor Chr.) und Ovides „Mteamorphosen“.

Prometheus, der Urrebell und Vorkämpfer für die Menschheit, Widersacher Zeus, tragischer Held und Märtyrer, stammt ab von dem alten Göttergeschlecht der Titanen. Sein Name „der Vorausschauende, der Vorbedachte“ offenbart seinen Charakter. Er ist schlau und listig und besitzt die Gabe der Vorausschau. Es fehlt ihm an Reflexion. Sein einfältiger Bruder Epimetheus, der Nachbedachte, ist sein Gegenstück.

Nachdem Himmel und Erde geschaffen waren und die Olympier erfolgreich die Titanen bekämpft und in den Tartaros verbannt hatten, schafft Prometheus das Menschengeschlecht. Entweder handelt er aus eigenem Antrieb oder im Auftrag des Zeus. Der Mythos hat an dieser Stelle verschiedene Varianten. In allen Varianten erscheint Prometheus als Töpfergott, der aus Wasser und Erde, die er zu Lehm vermengt, auf seiner Töpferscheibe die Menschen formt. Er gibt ihnen die guten und schlechten Eigenschaften der Tiere. Athene, die Göttin der Weisheit, Kunstfertigkeit und Klugheit, kommt ihm zu Hilfe und haucht den Menschen mit ihrem göttlichen Atem Leben, Vernunft und Verstand und Geist ein. Voller Stolz zeigt er Zeus sein Werk, aber diesem gefällt das Menschengeschlecht wegen seiner Gebrechlichkeit nicht. Er will es vernichten, indem er es aushungert. Deshalb verlangt er die besten Teile des als Opfer für die Götter. Als Menschen und Götter zum Opfermahl zusammenkommen, fällt Prometheus die Aufgabe zu, den Opferochsen zu zerteilen. Da er aber vorausschauend ist, wendet er eine List an, um den Menschen zu helfen. Er umgibt die Innereien mit dem Fett des Ochsen und steckt die wertvolleren Teile des Ochsen in den Magen. Dann fordert er Zeus auf zu wählen. Zeus ist zwar misstrauisch, wählt aber, da er Prometheus List nicht durchschaut, die minderwertigen Teile: Fett und Innereien. Zeus ist wütend und verweigert den Menschen aus Rache das Feuer. Um die Überlebenschancen der Menschen zu erhöhen, will Prometheus sie in die Geheimnisse des Feuers einweihen, damit sie es nutzen können, um ihre Mängel und Schwächen, ihre Nacktheit und Erbärmlichkeit auszugleichen und damit sie den Göttern an Klugheit und Können ebenbürtig werden können. Athene kommt Prometheus wiedermal zu Hilfe. Um an das göttliche Feuer zu gelangen wird Prometheus von Athene an den vorübereilenden und funkensprühenden Sonnenwagen des Helios emporgehoben, damit er seine Fackel, einen Stängel des Riesenfenchels, hier entzünden kann. Mit der entzündeten Fackel eilt Prometheus zur Erde zurück und setzt damit einen vorbereiteten Holzstoß in Brand. In einer anderen Version entzündet Prometheus seine Fackel am Schmiedefeuer des Hephaistos. Zeus erkennt den Betrug und die List und entbrennt seinerseits in Wut und Zorn, muss aber erkennen, dass er den Menschen das Feuer nicht mehr nehmen kann, jedoch will er Prometheus und die Menschen bestrafen.

Prometheus wird zur Strafe an einen Felsen im Kaukasus geschmiedet und ein Adler frisst jeden Tag an seiner Leber, die nachts wieder nachwächst. Diese unermessliche Bestrafung des Prometheus sollte bis in alle Ewigkeiten dauern. Es ärgert Zeus, dass Prometheus ungebrochen bleibt und ihn weiterhin verhöhnt und verspottet. Allerdings weiß Prometheus, da er die Gabe der Vorausschau besitzt, um ein für Zeus lebenswichtiges Geheimnis: Der Sohn, der ihn entthronen wird. So erlaubt Zeus nach 30.000 Jahren, dass Herakles Prometheus befreit. ( Äpfel der Hesperiden)

An den Menschen rächt sich Zeus, indem er sie mit Pandora beschenkt. Die schöne und begehrenswerte Pandora, die Allbegabte und Beschenkte, die erste Frau!, wurde von den Göttern gemeinschaftlich geschaffen als Plage und zum Verderben der Menschheit. Sie wurde dem einfältigen Epimetheus zur Frau gegeben. Entweder wird ihre Büchse von Epimetheus oder von ihr selber (weibliche Neugier, List und Verrat!) geöffnet und alle Übel (Sorgen, Schmerzen, Leid, Krankheit und Tod) entweichen, nur die Hoffnung, die trügerische, bleibt den Menschen. Seitdem sind die Menschen sterblich und müssen arbeiten um zu überleben.






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